Umwelt-, Ressourcen- und Ökologische Ökonomik

AWA - Ecosystem Approach to the management of fisheries and the marine environment in West African waters

[01.03.2013 - 28.02.2017]

Die Küstenstaaten Westafrikas hängen in besonderer Weise vom Ozean ab: gesellschaftliche Entwicklung, Fischerei und Tourismus müssen sich an große Veränderungen aufgrund von Klimawandel, globaler Erwärmung, sowie Erwärmung im küstennahen Auftriebsgebiet anpassen. Die Ausbeutung der Meere in Kombination mit einem rapiden Klimawandel erhöht dabei den Druck auf die Marinen Ökosysteme. Die Verringerung der Fischbestände in den artenreichen und hochproduktiven Gewässern Westafrikas ist eine bekannte Tatsache und eine Erholung überfischter Bestände ist zurzeit nicht in Sicht. Politiker und Wissenschaftler setzen sich zunehmend mit dieser bedenklichen Situation auseinander, die folgenschwer für die fischereiabhängige Ökonomie und mehr noch für die Lebensmittelversorgung der betroffenen Länder sein kann. Zudem moduliert die lokale Klimavariabilität, die auch einen wesentlichen Grund für Küstenerosion darstellt, die Meeresoberflächentemperatur und verändert somit die Rahmenbedingungen für Fischpopulationen. Chlorophyllkonzentration ist der limitierende Faktor für die Entwicklung von Fischlarven und moduliert durch seinen Einfluss auf die Wassertrübung die Absorption von Sonnenstrahlung. Und nicht zuletzt kann das Minimum in der Sauerstoffkonzentration im oberflächennahen Ozean, wie es typischerweise in den östlichen tropischen Ozeanen angetroffen wird, schwerwiegende Auswirkungen auf marine Lebewesen haben, insbesondere bei einer weiteren Ausdehnung zur Oberfläche. Ziel des hier vorgeschlagenen Projektes ist es, eine strategische Partnerschaft zu etablieren, die in der Lage ist, die Vision und wissenschaftlichen Grundlagen für einen Ökosystemansatz im Management der Fischerei und der Meeresumwelt in Westafrikanischen Gewässern zu entwickeln. Für die Implementierung des Ökosystemansatzes wird ein fächerübergreifender Ansatz benötigt, der Expertise aus der Fischerei- und Ökosystemforschung, der Biogeochemie, der physikalischen Ozeanographie, der Ökonomie und den Klimawissenschaften zusammenbringt. Intensive Messprogramme und interdisziplinäre Modelle liefern die Grundlage für eine Beobachtungs- und Modellplattform, die basierend auf Langzeitbeobachtungssystemen und Simulationen Vorhersagen wichtiger ozeanografischer Parameter (Temperatur, Meeresspiegelanstieg, Chlorophyll, Sauerstoffgehalt) und der Dynamik von Schlüsselorganismen und lebenden Meeresressourcen ermöglichen soll. Damit werden die für Funktion und Dynamik mariner Ökosysteme wichtigsten, treibenden Größen identifiziert und für Managementzwecke bereitgestellt. Die Entschlüsselung der Auswirkungen von Fischerei und Klimawandel auf die lebenden Meeresressourcen ist dabei essentiell für das Systemverständnis und die Umsetzung eines ökosystemorientierten Managements und somit einer nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen. Zur Anwendung kommen dabei Zeitreihenanalysen, Prozessstudien und Experimente, sowie statistische und numerische Modellierung basierend auf existierenden und neuen Beobachtungsdaten und Erkenntnissen. Das übergeordnete Projektziel ist dabei die Entwicklung von operationellen Entscheidungshilfewerkzeugen für das Management der Meeresumwelt und der lebenden Meeresressourcen.